Ernährung in Griechenland
Allgemeines über Griechenland

Topographie Fläche des Landes: 132000km²
davon Festland: 107000km²
Inseln: 25000km²

Küstenlänge: 15000km
davon Festland: 4000km
Inseln: 11000km

Lage: südöstlicher Rand Europas, gebirgig, mindestens 20 Berge höher als 2000m,
längster Fluß ( Achelos ) 220km, Flüsse nicht schiffbar

Einwohner:
10,5 Millionen ( 1999 ), in Griechenland lebend, damit ergibt sich eine Einwohnerdichte von 79 Einwohnern/km², sowie ca. 7 Millionen Auslandsgriechen, 3 Millionen Einwohner leben im Raum Athen einschließlich Piräus, weitere 1,1 Millionen im Großraum Thessaloniki. Im Zuge des Bevölkerungsaustauschs mit der Türkei in den Jahren 1923 - 1925 zogen 1,4 Millionen Griechen aus Kleinasien nach Griechenland und 0,4 Millionen Türken aus Griechenland nach Kleinasien.

Staatsreligion: griechisch - orthodox ( 98% )

Sprachen: Landes- und Amtssprache ist griechisch ( älteste Sprache Europas ); Handelssprache englisch und französisch Zeit: Osteuropäische Zeit ( MEZ + 1 Std. )

Frühjahr: Beginn Mitte März Reisezeit: Mai - Oktober
Winter: Beginn Anfang Dezember

Verkehrsinfrastruktur
Nationalstraße in Nord - Südrichtung Schienennetz auf dem Festland mit Stichbahnen in Normalspur, auf der Halbinsel Peloponnes als Schmalspurbahn gut ausgebaute Küstenschifffahrt Fährverbindungen mit allen bewohnten Inseln Flugverbindungen mit 42 Inselflughäfen und Destinationen im Landesinneren durch die nationale Fluggesellschaft Olympic Airways

Kulinarische Geschichte
Die Wurzeln der kulinarischen Tradition reichen bis in die Antike zurück. Bereits im frühen Griechenland wurden Gerichte wie Dolmades oder Fava zubereitet, die auch heute noch gerne gegessen werden. Die griechische Küche wurde in den vergangenen Jahrtausenden sowohl von asiatischen als auch von europäischen Einflüssen geprägt, so haben zum Beispiel Türken (ein großer Teil Griechenlands stand mehr als 400 Jahre unter türkischer Herrschaft) und Italiener ihre Rezepte mit ins Land gebracht. Das Olivenöl ist heute noch zentraler Bestandteil der griechischen Ernährung und wurde schon vor 4.000 Jahren in Griechenland hergestellt. Mit dem Öl wurde in der Antike reger Handel getrieben. Schon damals war bekannt, dass es äußerst gesund und nahrhaft ist: Olivenöl und Brot waren die eisernen Rationen für Krieger und Galerensträflinge. Das flüssige Gold war bei den alten Griechen auch als Allheilmittel beliebt, es wurde bei Hautproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Außerdem wurde es als Duftöl und als Brennstoff zur Beleuchtung der Häuser verwendet. Das heilige Öl wurde auch bei der Anbetung der Götter eingesetzt. Auch die Kunst der Weinherstellung wurde schon vor 4.000 Jahren von den antiken Griechen beherrscht. Die verehrten den Wein als göttliches Getränk, als ein Geschenk des Gottes Dionysos. Zu jener Zeit herrschte der Glaube, dass der Mensch durch den Genuss von Wein den Göttern näher komme. Seit der Antike wird in Griechenland Käse hergestellt (schon Homer schilderte in seiner Odyssee, wie der einäugige Zyklop Polyphem in seiner Höhle Käse aus Schafsmilch zubereitete. Viele der im antiken Griechenland bekannten Sorten sind bis heute (manchmal unter anderen Namen) erhältlich.

Das Nahrungsangebot Griechenlands
Die Griechen haben weitaus mehr zu bieten, als Bauernsalat, Moussaka, Tsatsiki und Gyros. Vor allem Menschen, die sich gesund ernähren wollen, kommen in Griechenland auf ihre Kosten. Die zahlreichen Obst- und Gemüsesorten, sowie der Fisch und die Meeresfrüchte aus dem Ägäischen Meer werden als besonders gesundheitsfördernd eingestuft. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Bewohner des Mittelmeerraumes statistisch gesehen eine viel höhere Lebenserwartung und eine niedrigere Krankheitsrate bei den so genannten Zivilisationskrankheiten aufweisen, als andere Europäer. Die erstaunlichsten Ergebnisse erzielten jedoch die Bewohner der Insel Kreta. Schnell zeigte sich, dass das wahrscheinlich an ihren Ernährungsgewohnheiten liegt. Für sie ist das Geheimnis guter Gesundheit und eines langen Lebens sehr einfach: Sie essen, was die Insel hergibt. So gehören zu den Grundnahrungsmitteln frisches Gemüse wie Paprika, Zucchini, Auberginen, Artischocken, Spinat, Sellerie, Kohl Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Salate und Obst. Wichtige Eiweißträger sind Linsen, Erbsen, weiße Bohnen, dicke Bohnen und Kichererbsen, die in zahlreichen Gerichten verwendet werden. Gewürzt wird mit heimischen Kräutern. Desserts süßt man oft mit Naturprodukten wie Honig oder Most. Brot aus grob gemahlenem Weizen oder Gerste ist ebenfalls ein Grundnahrungsmittel. Nudeln und Reis spielen eine untergeordnete Rolle, werden aber auch oft aus Weizengrieß, Olivenöl und Wasser hergestellt. Fleisch wird seltener gegessen, meist an Sonn- und Feiertagen. An den Küsten werden überwiegend Meeresfrüchte, wie Oktopus, Krabben, Garnelen oder Krebse und Fisch verzehrt. Diese enthalten wichtige essentielle Fettsäuren. Butter und Margarine sind fast unbekannt, gekocht wird mit dem weltweit bekannt kretischen Olivenöl. Diesem entnehmen die Kreta ca. 30 Prozent ihrer Energiezufuhr, bedingt durch den hohen Anteil an den ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Enzymen. Das Hauptmahl wird meist mit etwas Appetitanregendem begonnen. Zu den gängigen Vorspeisen zählen Tsatsiki (Yoghurt, der mit geraspelter Gurke und Knoblauch gewürzt wurde), Taramasalata (Dorschrogen zu einer Paste verarbeitet), Auberginensalat oder Merithes, kleine gebratene Fische (die ganz, mit Kopf und allem gegessen werden). Kalamares (frittierte kleine Tintenfische), Bohnen, grüne Bohnen in Tomatensauce und der allgegenwärtige griechische Salat, der sich aus folgenden Zutaten (oder Teilen davon) zusammensetzt: Tomaten, Zwiebeln, grüne Peperoni, Oliven, Gurken, Feta (Schafskäse), das Ganze mit Olivenöl und Oregano gewürzt. Um diese gesunde Ernährungsweise in den heimischen Speiseplan zu übernehmen, sollte der Tag folgendermaßen aussehen: Morgens Obst, Naturjoghurt und ein Teelöffel hochwertiger Honig. Mittags entweder vollwertige Teigwaren oder Reis mit Gemüse oder Fisch und Geflügel mit Gemüse / Salat. Das Dessert sollte aus frischem Obst bestehen. Für den Abend gilt wieder Nudeln / Reis oder Fisch / Geflügel mit Gemüse. Dazu darf man sich ein Glas Rotwein gönnen. Generell sollten also Gemüse / Obst (Vitamine, Enzyme), Fisch und Meeresfrüchte (Fettsäuren), Honig (natürliche Süße, Enzyme), Olivenöl (ungesättigte, essentielle Fettsäuren, Enzyme, Vitamine), Hülsenfrüchte (pflanzliches Eiweiß, Mineralstoffe) und mageres Fleisch, wie Geflügel auf dem Speiseplan stehen.

Getränke
Schon seit byzantinischer Zeit sind Limonaden als Erfrischung sehr beliebt. Natürlich werden auch Fruchtsäfte aller Art, meist frisch gepresst, gern genommen. Zum Essen gehört in Griechenland immer eine Karaffe Wasser auf den Tisch. Auch zum griechischen Kaffee wird immer ein Glas Wasser gereicht. Die Griechen lieben Kaffee in allen Variationen. Der „echte“ griechische Kaffee wird meist im Briki, dem typischen Kännchen mit engem Hals und langem Stiel, zubereitet. Bei der Bestellung muss man gleich die Zuckermenge mit angeben. Skito heißt ohne Zucker, metrio heißt mittelsüß oder vari gliko sehr süß. Kaffee Zucker und Wasser werde verrührt und dann so in den Kännchen aufgekocht, dass der Kaffee am Kannenhals hochkocht. Dann wird er sofort in die Tasse gegossen und serviert (mit einer schönen Schaumhaube). Das griechische Nationalgetränk im Sommer ist das Frappé: Instantkaffee wird mit Zucker und Eiswürfeln gemixt und mit Milch oder Wasser aufgegossen. Auch Tee ist sehr beliebt, vor allem Tsai Vounisio, ein aromatischer Bergkräutertee, Salbei oder Schwarzer Tee. Alkohol wird meist erst nach Sonnenuntergang zu sich genommen. Eines der bekanntesten griechischen Produkte ist der Ouzo, ein klarer mit Anis aromatisierter Tresterbrandwein. Er wird meist mit Eiswürfeln und Wasser aufgefüllt, wodurch er milchig weiß wird. Außerdem wird Cognac, wie z.B. Metaxa, Menthe (ein grüner Pfefferminzlikör), Kumquat (ein orangefarbener Likör aus Korfu) oder der geharzte Wein Retsina. Wein gilt als Teil des griechischen Kulturerbes und ist eng Verknüpft mit vielen Mythen und der Geschichte des Landes. Die Anbau- und Herstellungstraditionen werden auch im modernen Griechenland fortgesetzt. So wird der griechische Wein heute wie früher auf relativ kleinen Flächen angebaut. Oft teilt sich der Weinstock seinen Platz mit anderen Nutzpflanzen. Oft mit Oliven oder Getreide. Von den Rund 150.000 ha Nutzfläche für den Weinanbau, dienen nur etwas mehr als die Hälfte der ausschließlichen Weinherstellung. Sehr gute griechische Weine kommen vor allem aus Hang- und Höhenlagen bis zu 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Dies ist auf Grund der steinigen Böden (Kalkstein) und dem sonnigen Klima möglich. Heute verbinden sich häufig vier Weintypen mit dem Namen Griechenland. Der bekannteste griechische Wein ist der Retsina, daneben werden in zunehmendem Maße erstklassige rote und weiße, trockene Tischweine erzeugt. Bekannt sind auch die zahlreichen, süßen Dessertweine Griechenlands. Der Weißwein wird durch den Zusatz von Pinienharz haltbar gemacht und erhält so seinen typischen Geschmack. Die rote Version heißt Kokineli. Retsina ist ein überaus unkomplizierter, leichter Wein, der gut gekühlt zu fast allen Speisen genossen werden kann.

Unterschiede zu unserer Küche
Wenn man in Griechenland Essen bekommt, braucht man nicht erwarten, dass man das Gericht „dampfendheiß“ auf den Tisch bekommt. Griechen essen traditionell laufwarm oder gar kalt. Dies ist im Gegensatz zu unserer Küche etwas ganz Normales. Die griechische Esskultur unterscheidet sich auch in der Gewichtung der Mahlzeiten. Das Frühstück hat keinen großen Stellenwert und besteht meist nur aus einer Tasse Kaffee oder Tee mit Zitrone und etwas Gebäck wie Sesamkringel oder Käsetaschen, Tyropittas, die Händler auf Straßen anbieten. Wie in den meisten Mittelmeerländern wird in Griechenland sehr spät zu Mittag gegessen. Die Hauptmahlzeit wird aber erst abends meist erst ab 21 Uhr eingenommen. Das liegt zum einen an den hohen Temperaturen, die abends in der Regel sehr viel mehr verträglich sind und zum anderen hat es traditionelle Gründe. In den wenigsten Häusern gab es früher einen Backofen, und so schichteten die Frauen die Zutaten für ein Gericht, also Fleisch, Gemüse und Gewürze, in einen Topf und brachten diesen zum Garen zum Dorfbäcker oder Gemeinschaftsofen. Als das gare Essen dann wieder zu Hause aufgetischt wurde, war es meist wieder lauwarm, was wie oben erwähnt, völlig normal war und ist.

Die Geselligkeit bei den Mahlzeiten
Die abendliche Hauptmahlzeit ist immer eine sehr gesellige Angelegenheit, die sich über Stunden hinziehen kann. Sie wird sehr oft in Tavernen in großer Runde eingenommen. Themen des Tages werden in regen Unterhaltungen während es Essens ausgetauscht. Die Vorspeisen und Appetitanreger werden immer für alle auf dem Tisch verteilt. Jeder bedient sich hier mit der eigenen Gabel. Anschließend gibt es häufig noch etwas vom Holzkohlegrill - wenn man dann überhaupt noch Hunger hat. Bezahlt wird anschließend nicht einzeln (die Griechen sagen im Scherz "es wird nicht Deutsch bezahlt"), sondern meist zahlt einer von der Tischrunde das ganze Essen. Nicht selten wird lauthals darum gekämpft bezahlen zu dürfen, denn Geiz will sich kein Grieche vorwerfen lassen - andere Länder, andere Sitten. Manchmal wird auch die Gesamtsumme durch die Anwesenden geteilt und jeder gibt seinen Anteil. Dabei wird aber nicht darauf geachtet, ob einer am Tisch vielleicht viel mehr gegessen und viel mehr getrunken hat - also alles sehr unkompliziert.