Das Prinzipat des Augustus
1. Einleitung

„Die Stadt Rom hatten zu Anfangs Könige inne; Freiheit und Konsulat richtete Lucius Brutus ein. Das Amt der Diktatur wurde auf Zeit vergeben, und die Kompetenz der Zehnmänner galt nicht über zwei Jahre, das konsularische Recht der Militärtribunen nicht lange; Nicht dauerte die Gewaltherrschaft des Cinna und des Sulla lange, und des Pompeius und des Crassus Macht ging rasch auf Caesar, des Lepidus und Antonius Waffen auf Augustus über, der das Ganze, nachdem es durch Bürgerkriege erschöpft war, unter dem Namen Princeps unter sein imperium aufnahm.“

So beginnt der römische Geschichtsschreiber Tacitus sein berühmtes Werk, die Annalen. Er beschreibt den Verlauf der römischen Herrschaftsgeschichte vom Beginn bis zum Prinzipat des Augustus. Tacitus beginnt damit, dass die Stadt Rom zunächst noch von Königen beherrscht wurde. Darauf folgte die Errichtung der Republik mit ihren Konsuln durch Lucius Brutus. Diese wurde durch Phasen der Diktatur, der Herrschaft von Zehnmännern und durch Militärtribunen unterbrochen. Doch all diese Phasen dauerten nicht lange und die Republik überdauerte sie. Auch die Gewaltherrschaft des Cinna und Sulla hatten keine lange Dauer. Pompeius und Crassus mussten ihre Macht an Caesar abgeben und Augustus überwältigte Lepidus und Antonius. Nach dem Bürgerkrieg trat Frieden im Inneren des römischen Imperiums ein. Das erschöpfte Volk dankte es dem Augustus.
Tacitus zeichnet hier ein sehr wechselreiches Bild der römischen Geschichte. Nachdem Rom sich von der Königsherrschaft befreit hatte, wurde die Republik errichtet. Diese identifizierte Tacitus nicht ohne Grund mit „Freiheit und Konsulat“. Hier lässt sich eine leichte Wertung erkennen. Diese „Freiheit“ wird immer wieder bedroht und durch kurze Phasen der Diktatur oder der Gewaltherrschaft unterbrochen. Die Republik überdauerte  jede dieser Unterbrechungen und setzte sich somit zunächst noch als „stärkste“ Gesellschaftsform durch. Doch nach einer langen Zeit der Bürgerkriege war das römische Volk erschöpft. Dies nutzte Augustus, der als Sieger aus dem Krieg hervorging, um die erschöpfte Republik unter den Namen Prinzeps in seinem Imperium aufgehen zu lassen.
Doch wie kam es zum plötzlichen Untergang der Republik? Sie hatte doch lange Zeit überdauert und diversen Bedrohungen getrotzt. Gerade wurde Caesar, der als Diktator auftrat, durch Anhänger der Republik ermordet und so für seine republikfeindliche Politik bestraft. Deshalb ist es schon erstaunlich, dass nicht einmal zwanzig Jahre später Augustus als „Vater der Monarchie“ über Rom herrschen sollte. Wie schaffte ein Mann, der quasi aus dem nichts die politische Bühne betrat, einen solch großartigen Aufstieg? Wie schaffte er es die Republik durch das Prinzipat zu ersetzen? Was ist eigentlich das Prinzipat?
Um diese Fragen beantworten zu können werde ich zunächst auf Octavians/Augustus persönliche Entwicklung und seinen Bezug zu Caesar eingehen. Hierbei soll auch betrachtet werden, in wie weit Caesar Einfluss auf den jungen Octavian hatte.
Ein weiterer Abschnitt widmet sich mit den ersten Schritten Octavians auf dem politischen Parkett. Es wird beschrieben, wie er seine Position in Rom festigte und sich etablierte.
Das folgende Kapitel befasst sich mit dem Triumvirat zwischen Octavian, Antonius und Lepidus. Hier werde ich die formale Form des Triumvirats und die darauf einsetzende Willkür darstellen.
Im nächsten Teil soll Octavians Weg zur Alleinherrschaft nachgezeichnet werden. Mit kluger Politik und einer propagandistischen Meisterleistung schaffte es Octavian sämtliche „Widersacher“ beiseite zu räumen.
Der darauf folgende Staatsakt vom Januar 27 v.Chr. stellt dann die Geburtsstunde des Prinzipats dar.
Allerdings war es noch nicht so gefestigt wie es sich Augustus wünschte. Eine weitere Ausgestaltung wurde notwendig. Hiermit beschäftigt  sich das vierte Kapitel.
In einem Schlusswort soll dann zunächst eine kurze Zusammenfassung folgen, und versucht werden, die oben gestellten Fragen zu beantworten.


2. Die Iden des März und seine Folgen

2.1. Octavian Caesars´ Erbe?

Es ranken sich viele Mythen um die Geburt des Octavian/Augustus. So berichtet Sueton in seinem Werk über Augustus, dass Octavians Mutter Atia nach einem Fest zu Ehren Apollons Geschlechtsverkehr mit einer Schlange gehabt habe. Da sie daraufhin schwanger wurde, sei Octavian der Sohn des Apollo. Diesem Mythos bedient sich Octavian/Augustus in seiner späteren Zeit als Princeps immer wieder.
Octavian wurde in Rom geboren. Er gehörte einer aufstrebenden, mittelständischen Familie an. Sein Vater hatte sich einen Namen im Bankgeschäft gemacht. Sein Großvater hatte die römische Ämterlaufbahn eingeschlagen. Starb jedoch noch bevor er das Konsulat errang. Die Übernahme eines Konsulats hätte die Erhebung der Familie in den Patrizierstand bedeutet. Dies blieb Octavian und seiner Familie somit zunächst versagt. Trotz alledem galt die Familie Octavians in der römischen Gesellschaft als so genannter „Homus novus“. Sie gehörte eben nicht einer alteingesessenen Patrizierfamilie an, hatte sich jedoch in Rom schon einen Namen gemacht.
Octavian wuchs zunächst in der Kleinstadt Velitrae ungestört auf. Doch schon recht früh fiel der Junge in den Blickpunkt seines Großonkels Gaius Iulius Caesar. In Ermangelung eines leiblichen Nachkommens schien Caesar gefallen an dem aufgeweckten Jüngling gefunden zu haben. Mitten in den Wirren des Bürgerkrieges gegen Pompeius, der nach Caesars Rubiconüberschreitung begonnen hatte, begann er den jungen Octavian systematisch zu fördern. Nach Octavians Erhebung in den Erwachsenenstand mit der Überreichung der toga virilis, ernannte Caesar ihn im Jahre 47 v.Chr. anlässlich der Feierlichkeiten zum Latinerfest zum Stadtpräfekten. Dies sollte jedoch erst der Anfang einer langen Reihe von Ehrungen sein, mit denen Caesar den jungen Octavian auszeichnete.
Ebenfalls im Jahre 47 v.Chr. erhob Caesar, in seiner Position als Pontifex Maximus, den Jüngling in den Stand eines Pontifices, eines der 15 Stadtpriester. Dieser Schritt war zu diesem Zeitpunkt mehr als ungewöhnlich und zeugt von der systematischen Förderung. Zum einen wegen des noch jugendlichen Alters Octavians und zum anderen, weil nur Angehörige der Nobilität, also Patrizier, dieses Amt ausüben durften.
Ein weiterer Punkt, der zeigt, welche besondere Aufmerksamkeit Caesar Octavian zukommen ließ ist der, dass Caesar in den kommenden Jahren Octavian immer wieder bei Triumphzügen in seiner Nähe hielt. Solch hohe Ehre wurde normalerweise nur Söhnen siegreicher Feldherren zuteil. 
Die Ermordung Caesars verhinderte einen geplanten Feldzug gegen die Parther. Der Feldherr hatte jedoch bereits Legionen in Macedonien stationiert, zu denen auch Octavian im Winter 45 v.Chr. stieß. Zunächst sollte Octavian sein Griechischstudium in der Stadt Appolonia fortsetzen. Jedoch soll er dort auch von Caesar zum magister equitum ernannt worden sein, was allerdings von der Forschung kontrovers betrachtet wird.
Die Nachricht von der Ermordung seines Großonkels erhielt Octavian in Macedonien. Ob und wie weit die dort stationierten Armeeteile Caesars ihn dazu drängten nach Rom zu gehen, ist nicht genau rekonstruierbar. Fest steht jedoch, dass der junge Octavian sich auf den Weg in die Hauptstadt des römischen Reiches machte, um bei der Testamentseröffnung anwesend zu sein, ohne Kenntnis über den genauen Inhalt des Testaments zu haben. Erst vor Ort erfuhr er, dass er als Haupterbe drei Viertel des Vermögens Caesars zugesprochen bekam. Des Weiteren adoptierte Caesar Octavian. Dadurch wurde Octavian Mitglied der alt eingesessenen Patrizierfamilie der Julier. Im Testament wurde Octavian die Aufgabe gestellt, ein Versprechen Caesars zu erfüllen. Er sollte einen Teil des geerbten Geldes an das römische Volk auszahlen.
Beides, die Adoption sowie die Auszahlung, waren für Octavian von hoher politischer Bedeutung. Diese Maßnahmen verschafften ihm unmittelbar große Popularität und Rückhalt in der römischen Bevölkerung. Einen großen Teil der Klientel Caesars konnte er so an sich binden.
Bei alldem stellt sich jedoch die Frage, ob Octavian überhaupt eine andere Möglichkeit hatte, als diesen für ihn bestimmten Weg zu gehen. Betrachtet man die Förderung Octavians durch Caesars, ist es schwer davon auszugehen, dass Octavian sich dieser Gunst hätte entziehen können. Er wäre in der römischen Gesellschaft in Ungnade gefallen, hätte er nicht den Weg zu Caesars Testamentseröffnung und zur Annahme des Testaments angetreten. Nach seiner Adoption blieb Octavian kein anderer Weg offen, als der pietas nachzukommen und den Kampf gegen die Caesarmörder aufzunehmen. All das lässt den Schluss zu, dass Octavians erste Schritte nicht von ihm, sondern von Caesar vorgeplant waren. Mit seinem Testament gibt er Octavian die machtpolitische Basis für seinen unvergleichlichen Aufstieg, in dem er seine Klientel an den jungen Mann weiter gibt.


2.2. Octavian zwischen Republikanern und Caesarianern

Nach der Ermordung des Diktators Caesar, war in Rom ein Machtvakuum entstanden. Zwar war der Mord von den Republikanern geplant und durchgeführt worden. Jedoch waren unter den Senatoren auch zahlreiche Anhänger Caesars. In seiner Zeit hatte der Feldherr systematisch ihm wohlgesonnene Menschen in hohe Positionen gebracht und so seine Klientel im Senat etabliert. Diese stellten nun einen nicht unbeträchtlichen Gegenpart zu den Republikanern im Senat dar. Jedoch kann man nicht behaupten, dass diese große Partei der Caesarianer immer einer Meinung war. Sie spalteten sich vielmehr in kleinere Grüppchen auf, die jeweils ihren eigenen Vorteil im Auge hielten. Kurz nach den Iden des März war es nicht Octavian, der die vielversprechensten Aussichten besaß diese Grüppchen zu einen, sondern Marcus Antonius. Trotz der erheblichen Förderung durch Caesar verfügte Antonius zunächst über mehr Einfluss in den Kreisen der Caesarianer als Octavian. Aber Antonius hatte viele Gegner in den eigenen Reihen, die ihn zunächst dazu zwangen eine Politik zu verfolgen, die nicht unbedingt den Kurs der Caesarianer darstellte. So ließ er z.B. mit dem so genannten lex Antonia de dictatura in perpetuum tollende die Diktatur Caesars ein für alle mal beenden. Zweck dieser Kursänderung war die Sicherung der eigenen Macht. So scheute sich Antonius nicht, wie später auch Octavian, ein Zweckbündnis mit den Republikanern einzugehen. Doch dieses sollte nicht lange halten. Schnell machte Antonius klar welchen Weg er gehen wollte, nämlich den des politischen Erben Caesars´. Dies führte natürlich zu Spannungen mit Octavian, nachdem dieser in Rom angekommen war. Antonius sabotierte und diffamierte den jungen Erben wo er nur konnte. So verweigerte er die Herausgabe des Geldes, welches Octavian an die Bürger Roms laut Testament verteilen sollte. Durch Verkauf eines Teils seines Besitzes konnte Octavian zunächst dieses Defizit ausgleichen. Des Weiteren hinderte Antonius Octavian daran die lex curatia zu vollziehen. Die Adoption konnte damit noch nicht gültig gemacht werden.
Die Situation spitze sich daraufhin immer weiter zu. Vom militärischen Druck gezwungen, verließ Octavian Rom. Er begab sich nach Kampanien um dort einige von Caesars Veteranen anzuwerben, damit er in der Lage war gegen Antonius vor zu gehen. Als die Soldaten auf seinem Weg zurück nach Rom erfuhren was er beabsichtigte, kehrten sie mit der Begründung einen weiteren Bürgerkrieg abzulehnen, um. Octavians Marsch auf Rom war zunächst gescheitert. Er begab sich nach Norditalien um dort neue Truppen anzuwerben.
Dies tat auch Antonius, denn er wollte nach seinem Konsulat in die Provinz gallia cisalpina um dort seine Stadthalterschaft zu beginnen. Diese wurde jedoch noch von dem Caesarmörder D.Brutus verwaltet. Gegen diesen wollte er nun ins Feldzeichen. Zuerst musste Antonius jedoch eine herbe Niederlage einstecken. Zwei seiner Legionen desertierten und liefen zu Octavian über als sie erfuhren, dass Octavian deutlich mehr zahlte als ihr alter Feldherr. Trotz dieser Schwächung zog Antonius nach gallia cisalpina. Octavian besaß nun 4 Legionen. Nun war er nicht nur politisch, sondern auch militärisch zu einer nicht zu unterschätzenden Größe geworden. Allerdings bewegte sich Octavian mit der Anwerbung von Truppen auf einem illegalen Pfad, da er kein legitimiertes imperium besaß. Nur mit diesem hätte er das Recht gehabt Truppen auszuheben und unter seiner Fahne zu vereinen.
Hier spielte ihm das Schicksal Cicero in die Hände, den man somit als Förderer für Octavians Aufstieg sehen kann. Sicherlich war der Senator, der Führer der republikanischen Partei, misstrauisch dem jungen Caesarerben gegenüber. Jedoch dachte er vielleicht, er könne den noch jungen Octavian, auf Grund seiner politischen Unerfahrenheit, leichter für die republikanische Sache gewinnen. Schnell organisierte Cicero eine Mehrheit im Senat, die Octavian mit einem propraetorianischen imperium ausstattete damit dieser gegen Antonius zu Felde ziehen konnte. Außerdem wurde er zum Mitglied des Senates ernannt und bekam das Recht zugesprochen, sich bereits zehn Jahre vor dem eigentlichen Alter für die Ämterlaufbahn zu bewerben. Die Machtfülle und der Übergang in die staatliche Legalität, waren Octavian sogar zunächst einen scheinbaren Verrat an seinem Stiefvater und Gönner Caesar wert. Nichts anderes stellte dieser Kompromiss mit der republikanischen Seite dar.
Doch bevor es zu Kampfhandlungen kam, versuchte der Senat, der schließlich noch eine Mehrheit aus Caesarianern besaß, die Situation mit Verhandlungsgeschick zu lösen. Im April 43 v. Chr. war Cicero jedoch an seinem Ziel angelangt. Er schaffte es seine Position im Senat durchzusetzen, um Antonius zum hostis zu erklären. Gemeinsam mit den beiden caesarianischen Konsuln Hirtius und Pensa zog Octavian aus, um die Stadt Mutina zu entsetzen. Hier hatte Antonius den Caesarmörder D.Brutus eingeschlossen. Die Schlacht dauerte nur 2 Tage. Am Ende zog sich Antonius zurück, um nicht eine totale Niederlage erleiden zu müssen. Jedoch musste auch die andere Seite mit dem Tod der beiden Konsuln herbe Verluste hinnehmen. Diese Situation nutze Octavian jedoch für sich, in dem er die Legionen der beiden Caesarianer in seine Armee aufnahm.
In Abwesenheit wichtiger Personen der caesarianischen Partei hatten sich die Verhältnisse in Rom in der Zwischenzeit jedoch beträchtlich geändert. Cicero hatte es geschafft einen beachtlichen Teil der Caesaranhänger im Senat für die republikanische Sache zu begeistern. Mit dazu beigetragen hatte sicherlich der Tod der beiden Konsuln Hirtius und Pensa, zwei Führungspersönlichkeiten der Caesarianer. Jedoch hatten auch die beiden Caesarmörder Cassius und M.Brutus einige Siege errungen und sich somit als starke Partner der Republikaner etabliert. Mit ihrer Legalisierung durch den Senat war die militärische Macht Octavians nicht mehr so von Bedeutung wie noch vor dem bellum mutinense. All dies ließ Cicero an der Spitze des Senates nun unvorsichtig werden, er begann Octavian zu unterschätzen. Nicht Octavian ließ er als Sieger der Schlacht von Mutina mit einem Dankfest ehren, sondern D.Brutus. Octavian sollte nur eine ovatio erhalten. Als Octavian merkte, dass nunmehr seine Position in Gefahr war, schickte er eine Gesandtschaft von Centurionen nach Rom, um einen der frei gewordenen Konsulplätze einzufordern. Des Weiteren verlangte Octavian, dass Antonius nicht weiter als Staatsfeind angesehen werde und seine sämtlichen Rechte wiederbekommen solle. Der Senat zeigte sich nicht einsichtig und ignorierte Octavians Forderungen. Aus diesem Grund sah sich der junge Feldherr gezwungen Anfang August 43 v. Chr. einen weiteren Marsch auf Rom vorzunehmen. Der Senat trat dieser Aktion jedoch nicht unvorbereitet gegenüber, denn er hatte zwei römische Legionen aus Afrika nach Rom beordert. Doch direkt nach Octavians Eintreffen liefen die beiden Legionen zu seiner Armee über. Der Senat stand jetzt schutzlos der militärischen Übermacht Octavians gegenüber und es blieb ihm nichts anderes übrig, als sämtlichen Forderungen nachzukommen. An diesem Punkt angelangt, musste auch Cicero einsehen, dass sein Plan, Octavian für die republikanische Sache zu begeistern, gescheitert war. Octavian macht nämlich keinen Hehl daraus, wohin sein weiterer Weg führen sollte. Zusammen mit seinem Onkel Q. Pedius wurde er am 19. August 43.v. Chr. zum Konsul gewählt. Zunächst bestätigte er durch eine lex curiata seine Adoption durch Caesar. Des Weiteren zahlte er seinen Soldaten und die dem Volk von Caesar ausgesetzten Legate unter Rückgriff auf die Staatskasse aus. Außerdem wurde ein konsularisches Sondergesetz erlassen, mit dem M. Brutus und Cassius zu Staatsfeinden erklärt wurden. Im Gegenzug wurde die Ächtung von Antonius und Lepidus und all ihren Anhängern aufgehoben. Mit diesem Schritt kehrte Octavian auf den Weg zurück, den er mit Annahme des Testamentes Caesars begonnen hatte.


3. Vom Triumvirat bis 27 v. Chr.
  
3.1. Das Triumvirat. Legitimierte Willkür

Die Gesetze, die Octavian zu Beginn seines Konsulats in die Wege leitete, schufen die Grundlage für das, was Ende Oktober 43 v. Chr. geschah. Antonius, Lepidus und Octavian trafen sich in der Nähe von Bononia, um über Schritte einer gemeinsamen Politik zu beraten. Ergebnis dieser Beratung war das so genannte zweite Triumvirat. Man war sich einig geworden das Römische Reich in drei Teile zu unterteilen, welche jeweils einem Triumvirn zugesprochen werden sollten. Lepidus erhielt die Provinzen Gallia Narbonensis und Spanien. Antonius bekam mit Gallia Cisalpina und Gallia Comata das größte Herrschaftsgebiet. Octavian, der mit deutlichen militärischen Nachteilen in diese Unterredung gegangen war, erhielt mit Afrika, Sizilien und Sardinien deutlich schwierigere Regionen. Diese drei Herrschaftsgebiete waren zwar für die römische Getreideversorgung von größter Bedeutung, jedoch musste er mit großem Widerstand bei der Übernahme dieser Provinzen rechnen. Afrika wurde nämlich immer wieder durch Unruhen erschüttert. Sizilien und Sardinien waren durch Sextus Pompeius bedroht, der wild entschlossen war, sich den Triumvirn entgegen zu stellen. Des weiteren sollte Octavian sein Konsulat niederlegen. Für die Restzeit bestimmte Antonius zwei Gefolgsleute als Nachfolgekonsuln. Ziel des Triumvirats war, nach einstimmiger Meinung der Partner, die Vernichtung der Caesarmörder. Damit dieses Triumvirat nicht den Anschein einer Diktatur erweckte, sollte es eine legale Grundlage erhalten. Aus diesem Grund ließ der Volkstribun Publius Titius am 27. November 43 v. Chr. eine Volksbefragung durchführen. Mit dieser wurden die drei Feldherren unter dem Titel tres viri rei publicae constituaendae legal in Amt und Würden gesetzt. Mit der Verabschiedung dieses so genannten lex titia bekamen Octavian, Lepidus und Antonius eine gewaltige Machtbefugnis. So vereinigte das Triumvirat die Herrschaftsbefugnisse im Bereich domi und militae. Das bedeutet, die Triumvirn besaßen sowohl die Rechte eines Konsuls als auch die eines Prokonsul in den ihnen zugesprochenen Provinzen. Da es diese beiden Ämter formal jedoch noch gab, waren die Triumvirn diesen übergeordnet. Hielten sich zwei Triumvirn gleichzeitig in Rom auf, wurden die Befugnisse turnusgemäß übergeben. Das lex titia beinhaltete auch das Recht, dass die Triumvirn sämtliche Ämter mit eigenen Gefolgsleuten besetzen durften. Des Weiteren wurde ihnen die Möglichkeit eingeräumt, politische Gegner zu verfolgen und deren Vermögen zu beschlagnahmen. Hiermit wurden die später stattfindenden politischen Proskriptionen in eine legale Form gegossen.
Erste Listen von proskibierten Senatoren tauchten bereits kurz nach Inkrafttreten der lex titia auf. Im Laufe der Herrschaft der drei Triumvirn sollten etwa 300 Senatoren und 2000 Ritter dieser Art politischer Verfolgung zum Opfer fallen. Die Proskriptionen dienten allein der Sicherung der politischen Macht. So wurde nach und nach die republikanische Anhängerschaft im Senat ausgelöscht und durch eigenes Klientel ersetzt. Ein prominentes Opfer dieser politischen Willkür war auch Cicero. Einst Wortführer der republikanischen Partei, konnte er sich dem Hass Antonius nicht entziehen.
Da die Triumvirn nun bei ihren Vorhaben mit weniger Widerstand zu rechnen hatten, setzten Antonius und Octavian im Sommer 42 v. Chr. nach Griechenland über. In der Nähe der mazedonischen Stadt Philippi sollte eine Entscheidung mit den Caesarmördern Cassius und Brutus gesucht werden. In zwei Schlachten wurden die Heere der beiden Republikaner geschlagen. Die Truppenreste wurden begnadigt und in die Heere von Antonius und Octavian eingegliedert. Mit Ausnahme von Sextus Pompeius war nun die militärische Macht der republikanischen Seite zerschlagen worden. Aufgrund der Machtfülle und der Heeresstärke der Triumvirn, stand nun einer uneingeschränkten Herrschaft über das Römische Reich nichts mehr entgegen. Es scheint nicht übertrieben formuliert, wenn man sagt, dass mit der Niederlage der Caesarmörder bei Philippi der Untergang der Römischen Republik, wie man sie bis dahin kannte, vollendet war.


3.2. Propagandakrieg. Octavian auf dem Weg zur Alleinherrschaft.

Nach dem Sieg bei Philippi kehrte zunächst etwas Ruhe ein. Octavian hatte die Aufgabe erhalten Veteranen mit Land zu versorgen. Hierbei kam es zu Unruhen unter der Landbevölkerung, die Eigentum für die Veteranen abzutreten hatten. L. Antonius, der Bruder des M.Antonius, stellte sich auf die Seite der Unruhestifter. Durch immer neue Provokationen sah sich Octavian gezwungen gegen L.Antonius in den Krieg zu ziehen. Dieser erklärte daraufhin das Triumvirat für ungesetzlich und zog damit die übrig gebliebenen Republikaner auf seine Seite. Dies erklärt wohl auch, dass M.Antonius seinem Bruder nicht zu Hilfe eilte. Octavian schloss den Konsul in der Stadt Perusia ein und beendete die Schlacht siegreich. Um einen verfrühten Konflikt mit M.Antonius zu vermeiden, ließ er gegenüber dessen Bruder Gnade wallten und verbannte ihn. In der Stadt selber statuierte er jedoch ein blutiges Exempel. 
Um seine Position weiter zu stärken, zog Antonius in der Zwischenzeit eine Übereinkunft mit dem letzten ernstzunehmenden Vertreter der Republikaner Sex. Pompeius in Erwägung. Jedoch war auch Octavian nicht untätig. Er nutzte die Chance einen Pakt mit einem von Pompeius abgefallenen Flottenkommandanten einzugehen. Dieses hin und her brachte beiden Parteien jedoch keine Vorteile.
Im Sommer des Jahres 40 v.Chr. machte sich Antonius dann auf den Weg nach Italien. Bei der Stadt Brundisium stieß er jedoch auf Widerstand. Es kam erneut zu einer Auseinandersetzung zwischen Antonius und Octavian. Diese Auseinandersetzung kam jedoch für beide Triumvirn zu früh. Auch die Soldaten der beiden Protagonisten waren nicht gewillt erneut zu den Waffen zu greifen. So kam es nun durch Vermittlung der Soldaten zu einer Übereinkunft.
In Abwesenheit des Lepidus, wurde der Vertrag von Brundisium geschlossen. Antonius sicherte sich den Osten, Octavian wurde der Westen zugesprochen und Lepidus behielt Africa. Italien wurde als neutraler Raum betrachtet, wo jeder Truppen ausheben und Veteranen ansiedeln konnte. Octavian schaffte es auch endlich die angestrebte Vergöttlichung Caesars durchzusetzen. Antonius hatte sich zuvor immer wieder geweigert diesen Kult anzuerkennen. Hiermit erhöhte Octavian sein Prestige in der Bevölkerung beträchtlich. Der gesamte Vertrag von Brundisium kam Octavian entgegen. Er konnte aus der Position heraustreten, die er zu Beginn des Triumvirats notgedrungen noch akzeptieren musste. Lepidus war nun ganz klar in der schlechtesten Position.
Bei der Belagerung von Brundisium hatte Antonius auf sein Bündnis mit Sex.Pompeius zurückgegriffen. Er hatte ihm den Auftrag gegeben Sardinien einzunehmen. Dieser Sex.Pompeius beherrschte nun mit seiner Flotte den größten Teil des Mittelmeeres. Durch die Möglichkeit nun die Getreidelieferungen Roms blockieren zu können, wurde der Druck auf Octavian immer größer. Im Frühsommer 39 v.Chr. musste er sich widerwillig zum Vertrag von Misenum entscheiden. Hierin wurden Sex.Pompeius Sicilien, Sardinien, Corsica und die Peloponnes zugesichert. Im Gegenzug sollte die Blockade der Getreidezufuhr wieder aufgehoben werden. Sex.Pompeius stieg zu einem ernsthaften Konkurrenten um die Macht auf.  Diesen Zustand und die Bedrohung in unmittelbarer Nähe konnte Octavian nicht hinnehmen.
Schon im Jahr 38 v.Chr. versuchte Octavian seinen Gegenspieler wieder los zu werden. Er bereitete sich auf eine Auseinadersetzung vor und ließ zügig an einer eigenen Flotte bauen. Nachdem Sex. Pompeius nun wieder begann Angriffe auf Italien zu führen, stellte sich Octavian ihm entgegen. Allerdings musste er auf Grund seiner geringen Erfahrung im Seekrieg eine bittere Niederlage hinnehmen. Octavian beauftragte daraufhin seinen Feldherren Agrippa die Flotte neu aufzubauen und zu verbessern.
In der Zwischenzeit war auch Antonius nicht untätig. Er bereitete einen Feldzug gegen das Partherreich vor, für den er Truppen benötigte. Auf Grund der jeweiligen Arrangements und des auslaufenden Triumvirats wurde eine Aussprache der beiden Triumvirn notwendig. Die Positionen der beiden Verhandlungspartner waren jedoch so verhärtet, dass Antonius Octavians Schwester Octavia einsetzen musste, um eine Einigung zu erzielen. Man traf sich in Tarent. Dort wurde das Triumvirat um fünf Jahre verlängert. Diese jedoch ohne eine Legitimation durch den Senat. Nur Octavian ließ dieses Amt etwas später durch eine Volksversammlung in Rom offiziell bestätigen.
Des Weiteren verpflichtete sich Octavian 20.000 Soldaten für den Partherfeldzug an Antonius zu senden. Im Gegenzug sollte Octavian 120 Schiffe für den Kampf gegen Sex.Pompeius erhalten. Die 120 Schiffe wurden umgehend übergeben. Von den 20.000 Soldaten bekam Antonius jedoch nur 10% zugesandt. Nicht allein das ließ den Partherfeldzug des Antonius scheitern.
Im Juli des Jahres 36 v.Chr. begann Octavian mit der zweiten Phase des Sizilianischen Krieges. Zunächst musste er jedoch einige Rückschläge hinnehmen, bis schließlich Agrippa die Flotte des Sex.Pompeius in zwei Schlachten bei Mylae und Naulochos endgültig zerschlug. Auch Lepidus hatte sich an diesem Krieg beteiligt, in der Absicht seine Position wieder etwas zu verbessern. Nachdem seine militärischen Aktionen in diesem Krieg recht erfolgreich waren, witterte dieser eine Chance wieder etwas Fuß zu fassen und verlangte die Übergabe Siciliens. Angesichts seiner Truppenstärke, die nach der Übernahme von 8 Legionen des Sex. Pompeius, 22 Legionen betrug, ist dies durch aus nachvollziehbar. Octavian schaffte es jedoch mit Gold und Rethorik, große Heeresteile des Lepidus zum Überlauf zu bewegen. Lepidus blieb nichts anderes über, als daraufhin aufzugeben und schied nun endgültig aus dem Triumvirat aus. Octavian verbannte ihn auf dessen Villa in der Nähe Roms. Von einer Übernahme von Lepidus Amt als pontifex maximus sah Octavian jedoch ab. Da dieses Amt auf Lebenszeit verliehen wurde, hielt er sich an dies Tradition und nahm es erst nach Lepidus Tod an.
Von nun an hatte Octavian nur noch einen Gegenspieler. Eine entscheidende Auseinandersetzung mit Antonius, nach allen Querelen zwischen den beiden, war nur noch eine Frage der Zeit.
Nach der Rückkehr Octavians nach Rom lief seine Propagandamaschinerie zum ersten Mal so richtig an. Den Sieg über Sex. Pompeius verkaufte er als die letztendliche Beendigung des Bürgerkrieges. Er kündigte sogar an, dass er und Antonius sein Amt als Triumvir bald niederlegen würden und somit dem Zweck dieses Amtes, die Republik wiederherzustellen, folgegeleistet wurde. Da es jedoch eher unwahrscheinlich war, dass Antonius dieser Idee nachkommen würde, brauchte er um seine eigene Machtstellung nicht zu fürchten. Diese Ankündigung kann also nur als ein Versuch gewertet werden, seine Popularität in der Bevölkerung zu stärken.
Die Ehrungen, die Octavian für seinen Sieg über Pompeius zuteil wurden, waren nicht unbeträchtlich. Neben einer Ehrensäule, die für ihn errichtet wurde, durfte er von nun an ständig einen Lorbeerkranz als Zeichen seiner Sieghaftigkeit tragen. Die wohl wichtigste Ehrung war jedoch, dass er die sacrosanctitas eines Volkstribuns verliehen bekam. Octavian war nun politisch „unverletzlich“.
Während Octavian also weiter seine Popularität und seinen Rückhalt in Rom verbesserte, beging Antonius entscheidende politische Fehler. Der größte war wohl die Neuordnung seines östlichen Herrschaftsbereichs. Zwar war die Einsetzung von Klientelkönigen gängiges römisches Mittel, jedoch war die Bevorteilung der Kleopatra nicht übersehbar. Dass sein Partherfeldzug ein völliges Debakel wurde, steigerte auch nicht gerade sein Ansehen in Rom.
Um ihren Mann nach dieser Niederlage mit neuen Soldaten und Geld zu unterstützen, machte sich Octavia auf den Weg nach Alexandria. Auf halbem Weg jedoch erreichte sie die Nachricht, dass die Soldaten und das Geld von Antonius angenommen werden würden, sie jedoch in Ägypten unerwünscht sei. Die Zurückweisung seiner Schwester war nun auch ein persönlicher Affront gegen Octavian.
In den darauf folgenden Jahren versuchte jetzt Octavian Antonius systematisch vor dem Senat und in Rom zu diskreditieren. Antonius Niederlage und seine Politik dienten Octavian dazu, die Behauptung aufzustellen, dieser hätte sich von Rom entfernt. Der Lebenswandel den Antonius pflegte, trug sein Übriges bei. Schon länger hatte er sich dem Dionysoskult verschrieben und führte ein dem entsprechend ausschweifendes Leben. Octavian hingegen intensivierte seinen Bezug zu Apollo. Auch damit bezog er eine Contraposition zu Antonius.
Im Jahre 32 v. Chr. spielte Octavian das Schicksal erneut eine Trumpfkarte in die Hände. Auch in der Anhängerschaft Antonius waren Unstimmigkeiten aufgetreten. Einige waren unzufrieden wegen des großen Einflusses den die ägyptische Königin auf Antonius´ Leben und Politik hatte. Dies veranlasste zwei wichtige Gefolgsleute des Antonius, Lucius Munatius Plancus und Markus Titius Antonius, auf die Seite Octavians zu wechseln. Von diesen beiden erfuhr er, dass Antonius sein Testament in Rom bei den Vestalinnen hinterlegt hatte. Diese Gelegenheit ließ sich Octavian nicht entgehen. Er bemächtigte sich des Testamentes. Dadurch, dass Antonius in diesem formulierte, er wolle nicht in Rom, sondern in Alexandria begraben werden, schaffte es Octavian, dass sein letzter Gegner nun auch den letzten Rest an Zustimmung in Rom verlor. Auch ließ Octavian Gerüchte streuen, dass Antonius vorhätte die Hauptstadt des Reiches nach Ägypten zu verlegen. Mit dieser Propaganda erreichte Octavian, dass der Senat Antonius die Befehlsgewalt über den Osten entzog. Um den Anschein des Bürgerkrieges zu vermeiden, den Octavian mit dem Sieg über Pompeius ja für beendet erklärt hatte, wurde nicht Antonius, sondern Kleopatra und Ägypten der Krieg erklärt.
Da das Triumvirat im Jahre 33 bereits ausgelaufen war und Octavian somit ohne jegliche Machtbefugnisse da stand, ließ er sich eine andere, nur auf ihn ausgerichtete Sonderstellung verleihen. Durch einen Treueeid, den so genannten consensus universorum, den die gesamte Bevölkerung Italiens und der westlichen Provinzen auf ihn ableistete, legitimierte er fortan alle seine Handlungen.
Es sollte wiederum Octavians Freund Agrippa sein, der ihm in der finalen Schlacht mit seinem letzten verbliebenen Gegenspieler den Sieg schenkte. Obwohl das Kräfteverhältnis zu Beginn des Jahres 31 v.Chr. eindeutig zu Antonius Gunsten stand, wagte dieser es nicht Octavian in Italien anzugreifen. Der junge Feldherr ergriff nun die Initiative und setze mit seinem Heer nach Griechenland über um die dort stationierten Truppen des Antonius anzugreifen. In mehreren kleineren Gefechten erwies sich die Übermacht des Gegners als nutzlos, da der größte Teil der Legionen entweder schlecht ausgebildet oder ausgerüstet war, oder es schon vorher zu Desertionen kam. Im Sommer 31 v.Chr. trafen sich beide Heere bei der Stadt Actium, um dort in einer Seeschlacht die Entscheidung zu suchen. Mit einem geschickten Manöver gelang es Agrippa der Schlacht die entscheidende Wendung zu geben. Kleopatras Schiffe, die die Schlacht zunächst nur beobachtet hatten, schafften es jedoch der Schlacht zu entkommen und sich nach Ägypten abzusetzen. In anbetracht der Lage hatte sich auch Antonius auf das Schlachtschiff seiner Verbündeten gerettet. Seine Flotte wurde vollkommen vernichtet. Die übrigen Teile seiner Armee, die dort zurückgeblieben waren, wurden von Octavian begnadigt und in sein Heer aufgenommen. Nach dem Sieg bei Actium machte sich Octavian nun auf den Weg nach Ägypten um seinen Gegner nun endgültig zu vernichten. Er war hierbei zu keinen Zugeständnissen bereit. Im August 30 v.Chr. erreichte er dann die Tore von Alexandria. Da Antonius und auch Kleopatra merkten, dass die Lage aussichtslos für sie war, nahmen sie sich das Leben, um nicht in die Hände ihres Gegners zu fallen.


3.3. Das Prinzipat. Der Staatsakt vom Januar 27 v.Chr.

Nach dem Sieg über seinen letzten Widersacher ließ Octavian milde walten. Zwar wurden hochrangige Anhänger Antonius´ und Kleopatras, sowie die beiden ältesten Söhne der beiden hingerichtet, jedoch die Bevölkerung Alexandrias verschont. Dies sollte die öffentliche Wahrnehmung Octavians als „Friedensstifter“ fördern. Ägypten gliederte er dennoch als Provinz in das Reich ein. Da dieses Land reich an Gütern, wie z.B. Getreide war, und somit ein großer strategischer Standpunkt war, wurde den Senatoren untersagt ägyptischen Boden zu betreten. Damit sollte eine erneute Opposition im Osten ausgeschlossen werden.
Octavians Triumph löste in Rom eine Welle der Lobpreisungen  aus. Sein Geburtstag wurde geehrt. Er wurde in die Gebete eingeschlossen und bei jedem Gastmahl sollte ihm ein Trankopfer erbracht werden. Es wurde beschlossen ihm zwei Triumphbögen zu errichten. Einer sollte in Rom, der an der in Brundisium gebaut werden. Man beschloss ihm zusätzlich zur sacrosanctitas auch die ius auxilii zu verleihen. Des weiteren wurden die Tore des Janus Tempels geschlossen. Dies war ein Zeichen, dass im Reich nun Frieden herrschte. Seine Außendarstellung als „Friedensbringer“ wurde damit weiter unterstrichen.
Als Octavian Anfang August 29 v.Chr. endlich in Rom ankam, feierte er so gleich einen dreifachen Triumph. Vom 13. – 15. August 29 v.Chr. zog er mit reicher Beute ausgestattet triumphierend durch die Straßen Roms. Dieser Akt zeigte Parallelen zu Romulus auf, der ebenfalls solch einen triplex triumphus abgehalten haben soll. Für Octavians spätere Selbstdarstellung war dies ein nützlicher Vergleich.
Vor seiner Ankunft in Rom musste jedoch einer seiner Freunde, Gaius Maecenas, eine Verschwörung verhindern. Eine Gruppe um den Sohn des abgesetzten Triumvirns Lepidus, trachtete Octavian nach Macht und Leben. Maecenas, der die Polizeiaufsicht über Rom zu dieser Zeit innehatte, enttarnte die Verschwörer und ließ sie hinrichten. Doch Octavian musste einsehen, dass seine Macht doch noch nicht so gefestigt war wie er es wünschte.
Um sein Ansehen in den Führungsschichten zu steigern führte er im Jahre 28 v.Chr. gemeinsam mit Agrippa eine lectio senatus durch. Hiermit ließ er die Senatsmitglieder überprüfen. In den Wirren des Triumvirats hatte der Senat auf Grund der Proskriptionen und Ähnlichem unter einer hohen Fluktuation bei seinen Mitgliedern zu leiden. So blieb nicht aus, dass einige „schwarze Schafe“ zu Senatoren ernannt wurden. Um dem Senat wieder sein altes Ansehen zu verleihen, sollten nun die „unwürdigen“ Senatoren freiwillig ihr Amt niederlegen. Dies taten allerdings nur etwa fünfzig. Weitere 140 Senatoren wurden darauf von Octavian öffentlich benannt und so zum Ausscheiden gezwungen. Die freien Stellen besetze er nun neu. Hierbei wird es nicht ausgeblieben sein, dass neue Senatoren aus seinem Klientel heraus benannt wurden.
Doch dies sollte nicht der einzige Akt sein den Octavian veranlasste, um zu zeigen, dass er die republikanischen Traditionen wahrte. Ende des Jahres 28 v.Chr. erließ er ein Edikt in dem alle Gesetze und Verfügungen der letzten Jahre zurückgenommen würden, die für unrechtmäßig erachtet wurden. Hiermit zeigte er der Öffentlichkeit, dass er sich von der Willkür der Bürgerkriege distanzierte.
Im Januar 27 v.Chr. kam es dann zur Beendigung eines Prozesses. Man kann durchaus von der Geburtsstunde des Prinzipats und der Grundlage der römischen Kaiserzeit sprechen. Am 13. Januar des Jahres legte Octavian in einer Senatssitzung all seine bisherigen Machtbefugnisse nieder. Er verzichtete auf seine Herrschaft über die Provinzen, seine Befehlsgewalt über die Legionen und den Zugriff auf die Militärkasse. An seinen sonstigen Ehrungen und am Amt des Konsuls hielt er jedoch fest. Mit dieser Geste versuchte er Abstand von der im Volk und Senat ungeliebten Diktatur zu gewinnen. Octavians Tat wurde weiterhin als Rückgabe der res publica an den Senat und das Volk propagiert. Er hatte somit die Aufgabe des Triumvirates erfüllt. Jedoch war genau das Gegenteil der Fall. Octavian war nicht mehr wegzudenken. Sein Einfluss und seinen Rückhalt im Volk, beim Heer und bei seinem Klientel war sehr groß. Am 16. Januar folgte dann auch die logische Konsequenz. Octavian bekam neben seinem Konsulat ein imperium proconsulare für 10 Jahre zugesprochen. Ihm wurde damit ein Kommando über sämtliche Provinzen verliehen, die als unbefriedet galten. Er besaß nun wie schon zu Zeiten des Triumvirats ein imperium im Bereich domi (Konsulat), wie auch im Bereich militae (imperium proconsulare). Nur diesmal wurde der Schein der Republik gewahrt. Zusätzlich zu den übrigen Ehrungen, wurde ihm der Ehrenname „Augustus“ verliehen.


4. Die Ausgestaltung des Prinzipats
 
Um der Forderungen sich um die unbefriedeten Provinzen zu kümmern, machte sich Augustus noch im selben Jahr auf den Weg nach Spanien. Erst 24 v. Chr. kehrte er mit mäßigem Erfolg von seinen Eroberungszügen nach Rom zurück. Doch schon Anfang des Jahres 23 v.Chr. musste er erneut merken, dass sein Führungsanspruch noch nicht so gefestigt war wie er es geplant hatte. Ein weiteres Mal wurde eine Verschwörung aufgedeckt, die dem Princeps nach dem Leben trachtete. Kritikpunkt dieser Verschwörer war die ständige Übernahme des Konsulats. Zusammen mit den Extravollmachten, die Augustus innehatte widersprach dies der republikanischen Ordnung bei weitem. Dies veranlasste Augustus dazu weitere Zugeständnisse zu machen. Er legte das Konsulat nieder und nahm es mit wenigen Ausnahmen nicht mehr an. Dies tat er jedoch nicht ohne sich neue adäquate Befugnisse übertragen zu lassen. So bekam er die Amtsgewalt eines Volkstribunen, die tribunicia potestas übertragen. Dies bot Augustus die Möglichkeit auf Grund des somit errungenen Initiativ- und Vetorechts, auch ohne das Amt des Konsuls, auf die Innenpolitik Einfluss zu nehmen. Doch dies war bei weitem noch nicht alles. Durch die Aufgabe des Konsulats verlor er auch die Möglichkeit in die senatorischen Provinzen einzugreifen. Aus diesem Grund ließ er sein imperium proconsulare zu einem imperium proconsulare maius erweitern. Es war zwar immer noch auf zehn Jahre begrenzt, jedoch war ihm nun auch die Möglichkeit gegeben auf befriedete senatorische Provinzen Einfluss zu nehmen. Diesem imperium proconsulare maius wurde noch eine Besonderheit beigefügt. Damit es nicht jedes Mal bei betreten der „heiligen Zone Roms“, des pomeriums, so wie es üblich war erlosch, wurde diese Regel für Augustus aufgehoben. Der Senat musste ihm nun nicht nach jeder Rückkehr ein erneutes imperium übertragen. Diese Regelung war schon  einmal während des Triumvirats getroffen worden.
Nach dieser Neuordnung der formalen Grundlage des Prinzipats machte sich Augustus wiederum auf den Weg in die Provinzen. Im Jahr 19 v. Chr. kam es jedoch erneut zu Turbulenzen. Ein Mann Namens Egnatius Rufus hatte seine Stellung als Aedil dazu benutzt, seine Popularität beim Volk deutlich zu steigern. Durch eine Volksversammlung wurde er am Ende seiner Amtszeit gemäß der Ämterlaufbahn zum Praetor gewählt. Dies machte den Mann allerdings übermütig. Er forderte entgegen des cursus honorum, das Amt des Konsuln für das Jahr 18 v.Chr.. Als ihm dies untersagt wurde nutze er seine gewonnene Popularität und begann Stimmung gegen seine Widersacher zu betreiben. Es kam zu tumultartigen Zuständen in Rom. Dies konnte Augustus im eigenen Interesse nicht dulden. Er kehrte nach Rom zurück um sich der Sache anzunehmen. Egnatius Rufus wurde zum Tode verurteilt.  Die Ereignisse brachten Augustus jedoch ein weiteres Mal dazu, seine Kompetenzen als Princeps zu erweitern. Um Vorfälle dieser Art zu vermeiden, ließ er sich die Befugnisse eines Konsuln, in Form eines imperium consulare übertragen. Von nun an konnte er wieder die Leitung der Senatssitzungen und der Wahlen übernehmen. Hiermit war die Transformation des Prinzipats abgeschlossen. Von nun an hatte es die formale Ausrichtung, mit der Augustus noch bis 14 n.Chr., und auch seine Nachfolger regierten.
Doch zur Festigung seiner Herrschaft dienten noch weitere Ehrungen, Ämter und Maßnahmen.
So ließ er sich nach dem Tode des Lepidus im Jahre 12 v.Chr. zum pontifex maximus wählen. Den Umstand, dass zu dieser Wahl eine große Masse von Menschen strömte, nutze Augustus geschickt für seine Zwecke aus. Er sah darin die Billigung seiner Person durch das ganze Volk bestätigt.
Jedoch eine offizielle einheitliche Billigung seiner Person, ein „consensus universorum“ des Prinzipats, sollte Augustus erst im Jahre 2 v.Chr. zugesprochen werden. Zunächst trat eine Gesandtschaft des Volkes an ihn heran um ihn mit dem Titel pater patriae zu ehren. Geschickt schlug er dies jedoch aus. Während eines Theaterstückes tat er es ein zweites Mal, nachdem auch dort eine Gesandtschaft mit demselben Wunsch erschienen war. Erst als nun auch der Senat ihm diese Ehrenbekundung zu teil kommen lassen wollte, nahm er den Titel Vater des Vaterlandes an. Dies bedeutete für ihn nun also, dass seine Herrschaft im einvernehmen aller Bevölkerungsschichten geduldet wurde.
Doch bevor dies geschah, hatte Augustus viel dafür getan, seine Position bei der breiten Masse zu festigen.
Als es im Jahre 22 v.Chr. erneut zu einer Getreideversorgungskrise kam, unterstütze er das Volk mit Getreide- und Geldspenden. Er wusste, dass er das Volk nicht im Stich lassen durfte. So richtete er bereits im Jahre 18 v.Chr. eine regelmäßige Getreideunterstützung für Rom ein. Ein Teil der römischen Bevölkerung bekam das Privileg zugesprochen, sich in Listen einzutragen, um so jeden Monat eine bestimmte Menge an Getreide zugesprochen zu bekommen. Im Laufe der Zeit wurde die Getreidespende, durch Brotspende ersetzt. Ab 3 n.Chr. bekam man sogar Schweinefleisch, Öl und Wein zugeteilt.
Doch auch die ständige Wasserversorgung Roms stand unter Beobachtung des Princeps- Schon im Jahre 33 v.Chr. hatte sich Agrippa in seiner Zeit als Aedil um dieses Problem gekümmert. Er hatte die Aquädukte erneuern lassen und neue Brunnen gebaut. Auch die Errichtung einer neuen Wasserleitung, der aqua Iulia, geht auf diese Zeit zurück. Mit dem Tode Agrippas 12 v.Chr. richtete Augustus das Amt des curator aquarum ein. Dieses wurde von zwei Senatoren bekleidet, die sich nun darum zu kümmern hatten, dass die Wasserversorgung Roms in Stand gehalten wurde.
Durch unzählige Baumaßnahmen verschönerte und verbesserte er das römische Stadtbild. Er ließ unzählige Tempel renovieren und neu bauen. Mit solch monumentalen Bauwerken wie etwa dem Augustus Forum, oder seinem Mausoleum schuf er sich schon zu Lebzeiten Denkmäler. Sueton bestätigt Augustus´ Engagement für den Städtebau, in dem er schreibt, „dass er sich zu Recht rühmte, er habe die Stadt, die er aus Ziegelsteinen gebaut vorgefunden habe, als eine Stadt aus Marmor hinterlassen.“
Das Jahr 2 v.Chr. zeigte somit, dass er aus der römischen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken war.


5. Schlusswort

Das Prinzipat stellt also einen Prozess dar, der mit der universalen Annerkennung Augustus´, durch den Titel „Vater des Vaterlandes“, im Jahre 2 v.Chr. beendet wurde. Seinen Beginn fand dieser mit der Förderung Octavians durch Caesar. Er sah in dem jungen Mann den fähigsten Nachfolger. Durch die Annahme seines Testamentes übernahm Augustus einen großen Teil von Caesars Anhängerschaft. Vornehmlich aus den Kreisen des Heeres, welches unter dem Diktator gedient hatte. Durch die Tatsache in Caesars´ Fußstapfen zu treten legitimierte Augustus seine ersten Schritte auf politischem Parkett.
Da er wusste, dass dies auf Grund des illegalen Zustandes nicht von langer Dauer sein konnte, musste er sich nach anderen Legitimationsformen umsehen. So ging er einen Kompromiss ein. Sein Ziel den Mord an seinem „Vater“ zu rächen, tauschte er gegen eine Übereinkunft mit dem Senat ein. Dies brachte ihm ein offiziell bestätigtes imperium ein. Von nun an bewegte er sich auf legalem Boden.
Nach dem mutinischen Krieg wurde ihm jedoch schnell klar, dass auch diese Übereinkunft auf sehr tönernen Füßen stand. Konsequent folgte der nächste Schritt. Durch die gewaltsame Einforderung des Konsulats sicherte er zum einen seine eigene Position und zum anderen machte er damit erst den Weg für das Triumvirat frei. Das Triumvirat kann als eine Zweckgemeinschaft von Männern verstanden werden, die nur eins im Sinn hatten: Macht. So ist es nicht verwunderlich, dass schon während der Herrschaft der Triumvirn die legalen Grundzüge des späteren prinzipalen Herrschaftssystems sichtbar wurden. Nach dem Sieg über Sex. Pompeius, und dem propagierten Ende des Bürgerkrieges, sicherte sich Augustus mit der Übernahme der sacrosanctitas, ein weiteres wichtiges Privileg auf dem Weg zum Princeps.
Auf seinem Weg zur Alleinherrschaft stellte er seinen letzten verbliebenen Widersacher durch einen geschickten Propagandakrieg ins Abseits. Augustus versuchte sich auch in dieser Zeit immer weiter vom Triumvirat und den an diesen haftenden Makeln zu distanzieren. Nachdem es ein zweites Mal ausgelaufen war suchte er nach einer anderen Legitimationsmöglichkeit um gegen Antonius zu Felde zu ziehen. Er bekam dies in Form des consensus universorum. Im Einvernehmen aller war er nun im Besitz der Staatsmacht.
Er blieb jedoch dem Weg der res publica restituta treu. Mit dem Staatsakt von 27 v.Chr. hob er zwar das Prinzipat letztendlich aus der Taufe, jedoch erweckte er hiermit den Eindruck auf den Pfad der Republik zurückgekehrt zu sein. Er vereinte nun mit dem Konsulat und dem ihm verliehenen imperium proconsulare zwei weitere wichtige Privilegien. Doch schon früh musste er erkennen, dass seine Herrschaft noch nicht gefestigt war. Durch immer neue Krisen war Augustus gezwungen weitere Zugeständnisse an die Herrschaftsaristokratie zu machen. Dies tat er jedoch ohne an Macht zu verlieren. Er gab das Konsulat auf, welches er entgegen den Regeln der Republik nun 8 Jahre durchgängig innehatte. Um seine Befugnisse jedoch nicht zu verlieren ließ er sich die tribunicia potestas und ein imperium proconsulare maius übertragen. Mit der Übernahme von konsularischen Befugnissen im Jahre 19 v.Chr. war die Transformation der formalen Befugnisse des Princeps abgeschlossen.
Doch nicht nur dadurch festigte Augustus seine Herrschaft. Durch große Leistungen machte er sich quasi unentbehrlich für die römische Gesellschaft. Nicht nur die Getreide- und Geldspenden an das Volk, seine Bauaktivitäten oder seine Sorge für die Sicherung der Wasserversorgung festigten seine Position und erhöhten sein Ansehen. Auch die auf den unzähligen Schlachtfeldern errungen Siege trugen ihren Beitrag dazu bei. Augustus vergrößerte das Reich wie keiner zuvor. All dies floss in die auctoritas des Princeps ein.
Doch weiterhin stellt sich die Frage wie Augustus es schaffte eine Art monarchisches System zu etablieren, wofür sein „Vater“ Caesar noch hatte sterben müssen. Hierzu müssen zwei Aspekte berücksichtigt werden. Zum einen die Lebensfähigkeit der römischen Republik und zum anderen die Art und Weise wie Caesar seine Herrschaft auslebte.
Durch das Wachsen des Reiches kam es zu strukturellen und politischen Problemen. So kollidierte das alte Wertesystem mit der neuen politischen Situation. Dies zeigt, dass gegen Ende der Republik sich die Krisen häuften. Die Gracchen, Marius, Sulla, Pompeius und auch Caesar haben ihre Spuren hinterlassen. So gab es immer noch Kreise, die an der alten Tradition der Republik festhalten wollten. Diese duldeten natürlich keine Diktatoren und Alleinherrscher. Das mussten alle Vorgenannten leidlich anerkennen. Auch Caesar, der keinen Hehl aus seinem Anspruch nach Macht machte. So soll er sogar die Königswürde gefordert haben. Dies bezahlte er mit dem Leben.
Genau hierin besteht nun der Unterschied zu Augustus. Er hielt sich an den Weg der res publica restituta. Man kann also sagen: Das Prinzipat stellt einen Kompromiss zwischen republikanischen Tradition und einer Monarchie dar. Zwar vereinte Augustus grundlegende Privilegien auf seine Person, die ihm die alleinige Entscheidungshoheit im Reich zusicherten. Jedoch suchte er den Kompromiss mit der übrigen Herrschaftsaristokratie. Er räumte ihnen weiterhin Rechte ein, die sie in der Republik bereits besaßen und respektierte die Autorität und das Ansehen des Senats. Das letzte Recht behielt er jedoch.
Dieser Umstand war von großer Bedeutung für die Errichtung des Prinzipats. Kaiser wie Caligula, Nero, oder auch Domitian erfuhren was es bedeutet, die von Augustus gesteckten Grenzen zu überschreiten.  Ihr Provokationen und die Überheblichkeit gegenüber dem Senat mussten sie mit dem Leben bezahlen.