Rhodos Mai 2005
PoolanlageWir hatten uns für Das Montemar Village Hotel mit dreieinhalb Sternen in Pefki entschieden. Dieses Hotel ist/war ein Urlaubstipp von Alltours. Pefki liegt an der östlichen Küste der Insel zwischen Lardos und Lindos (6km entfernt). Die Hotelanlage ist sehr weitläufig und reicht auch über die wenig befahrene Strasse, die sich direkt vor dem Hotel befindet hinweg. Es existieren im Prinzip drei größere Hotelkomplexe mit Zimmern. Da die Bauweise der einzelnen Komplexe sich sehr unterscheidet, kann man wohl davon ausgehen, dass der Hotelbesitzer nebenstehende Hotelanlagen aufgekauft hat. Ein kleiner Spielplatz, zwei Kinderschwimmbecken und ein Miniclub von 12:00 bis 14:00 sind für die Kleineren da. Auf dem Hotelgelände findet man fünf Poolanlagen mit kostenlosen Liegen und Sonnenschirmen. Ein Becken ist allerdings der Sportpool indem viel Wasserball gespielt wird. Tore stehen am Beckenrand zur Verfügung. Der meist genutzte Pool befindet sich direkt am Strand. Man läuft also nur wenige Meter bis zum Kiesstrand und zum Meer. Am kleinsten Pool hat man neben der Poolbar mit Barhockern auch eine kleine überdachte Terrasse mit Sitzgelegenheiten, einem Billard- und einem Air-Hockey-Tisch. Neben dieser Terrasse auf einer Grünfläche hat man die Möglichkeit Tischtennis zu spielen.

Es gibt 271 Zimmer in 16 Gebäuden auf 2-3 Etagen. Die Zimmer verfügen über Telefon, Klimaanlage, Kühlschrank, DU/WC und Balkon. Die Klimaanlagen sind 24 Std. im Zeitraum vom 01.06.-30.09. eingeschaltet. Die Superior Zimmer sind zu dem noch mit Sat.-TV und Föhn ausgestattet. Die Minibar wurde bei All-inclusive alle 2 Tage aufgefüllt. (2 Dosen Löwenbräu, 1 Dose Fanta, 1 Dose Pepsi und zwei Flaschen stilles Wasser). Die Reinigungskräfte haben jeden Tag das Badezimmer gewischt, Bade- und Handtücher ausgewechselt, die Betten gemacht und sogar herumliegende Wäsche dekorativ gefaltet und aufgeräumt. Jeden Tag aufs Neue blitzte also wieder das Zimmer. Dieser Service sollte einem schon 5-10 Euro Trinkgeld wert sein. Dieses sollte man wenn möglich nicht am Ende des Urlaubs geben, damit man auch noch weiterhin den guten Service nutzen kann.

Das Kulinarische:
Es gibt drei Hotel-Restaurants in denen man, unabhängig von der Lage des Zimmers, essen und trinken kann. Bei einem gern genommenen All-Inclusive-Urlaub (man trägt ein rotes Armbändchen für die Dauer des Aufenthalts) bekommt man Speisen nicht alkoholische Getränke (Säfte, Cola, Fanta, Wasser, Soda, Kaffee) und einheimische alkoholische Getränke (Ouzo, Weißwein, Rotwein) rund um die Uhr kostenlos. Für Halbpension Gäste werden auch Kreditkarten: Visa, Euro-/ Mastercard und Amex akzeptiert.
Frühstück gab es in der Zeit von 07:00-09:30. Als Getränke waren kalter Orangensaft, Kaffee und Tee (vom Automat), Kakao und Milch zu haben. Das Frühstücksbuffet enthielt u.a. Müsli, Schokopops, Croissants, Brötchen, Toast, Rührei mit Speck, Würstchen, Käse, Aufschnitt, Nutella, Marmelade Gebäck, Torten und Obst. Von 05:00-07:00 gab es ein kontinentales „Early Breakfast“ Langschläferfrühstück, ein Langschläferfrühstück von 09:30-10:30, sowie ein ganztägiges Snackbuffet an den Poolbars.
Grundsätzlich gab es in den zwei Wochen unsers Aufenthalts jeden Tag mittags (12:00-14:00) und abends (18:30-21:30) unterschiedliche Speisen am Buffet. An der Salat Bar konnte man sich die Beilagen nach Wunsch zusammenstellen. Dort gab es Tomaten, drei Sorten Oliven, Paprika, Feta, Gurken, Möhren und Zwiebeln, sowie einen fertig gemischten und angemachten typisch griechischen Salat. Tsaziki gab es neben Essig und Öl ebenfalls zum Salat.
In den weiteren 10 Warmhalteplatten gab es dann verschiedene Sorten Fisch und Fleisch, Nudeln, Reis, Kartoffelpüree, hin und wieder Meeresfrüchte, Pizzastückchen und natürlich eine riesige Auswahl an Desserts. Standardmäßig waren aber immer Torten, Götterspeise, Schockoladen- und Vanillepudding vertreten. Eiscreme in 8 verschiedenen Sorten war sowieso von 10:30-21:30 Uhr in den Restaurants und an den Poolbars erhältlich. Die Speisen wurden jedes Mal neu aufgefüllt, wenn sie nur noch ein Drittel gefüllt waren. Somit musste man nie Reste löffeln. Beim Abendessen gab es zu dem Buffet auch noch Barbecue auf der Außenterrasse, das jeden Abend ein anderer armer Koch bei der Hitze grillen durfte.

Nun noch ein paar Sätze zum Personal. Ich habe selten solch freundliche und gut gelaunten Hotelangestellte gesehen. Man hatte zumindest das Gefühl, dass diese Gastfreundschaft nicht gespielt ist. Selbst wenn der Speisesaal bis oben hin gefüllt war und die Kellner rotierten vor Arbeit, fanden diese noch Zeit ein weinendes Kind zu trösten, das einen Teller auf den Boden fallen lies, welcher natürlich in tausend Stücke zerbrach. In anderen Ländern und Hotels hätte man wahrscheinlich mit einem langen Gesicht die Scherben beseitigt und das Kind in der Landessprache verflucht. :-)

Das Rezeptionspersonal sprach deutsch, englisch und polnisch mehr oder weniger fließend. Für die allgemeine Verständigung im Hotel war dies mehr als Ausreichend. Die Gastronomen hatten zumindest einen gewissen Grundsprachsatz dieser Sprachen. (Bier, Bitte, Danke, mit Eis? usw.) In der nicht besetzten Rezeption auf der anderen Straßenseite lagen Informationsordner der jeweiligen Reiseveranstalter. Außerdem gab es jeden zweiten Tag eine „Sprechstunde“ mit der ortskundigen Alltours-Reiseleiterin. So konnte man hier allgemeine Fragen stellen, sich einen Mietwagen buchen lassen oder die Alltours-Angebote nutzen. Und damit komme ich auch schon zu der ersten Sehenswürdigkeit, die wir über Alltours für 39 Euro buchten.

Die Schwammtaucherinsel Symi:
Diese kleine Insel liegt im Nordwesten von Rhodos. Aus dem Hafen von Rhodos Stadt fährt man mit der Fähre ca. 1:50 Std. an der türkischen Küste entlang bis zum Hafen von der gleichnamigen Hauptstadt der Insel – Symi, die im Nordosten liegt. Symi wurde 1522 durch die Türken erobert. Die Bewohner zahlten hohe Summen an den Sultan der Türken um die persönliche Freiheit und die Religionsfreiheit zu erhalten. Nach zwischenzeitlicher Befreiung von den Türken eroberten diese 1832 ein weiteres Mal Symi. Diese Besetzung hielt bis zum Jahre 1912 an. In diesem Jahr eroberte der italienische Diktator die Insel. In den Jahren des 2. Weltkriegs war es ein ständiger Wechsel zwischen britischen und deutschen Besatzern. Im September 1944 ging die ausgebombte Insel endgültig an die Briten über, die ihre Militärführung am 1. April 1947 an die Griechen abgaben. Alte Ruinen erinnern immer noch an diese Zeit. Bis heute ist Symi noch nicht ganz wieder aufgebaut.
Die Insel Symi ist auch nur um den Hafen herum bewohnt, sowie in einem kleinen Kloster im Süden der Insel. Es gibt hier nur einen Arzt und wenige Lebensmittelhändler und Tavernen. Es existieren hier ca. 365 Kapellen und 13 Kirchen oder Klöster.
Die Hauptattraktion ist natürlich der Naturschwammladen. Hier bekommt man Schwämme die aus ca. 20-30 Metern getaucht werden. Nach einer Bleichung sind diese Mikroorganismen sehr weich und können entweder zur Dekoration oder in der Badewanne benutzt werden. Es gibt Qualitätsbezeichnungen von Baumwoll- bis Seidenschwamm. Die Preisspanne reicht hier von 5-100 Euro. Je nach Größe und Qualität. Die Schwammtaucher, die in früheren Zeiten ohne Pressluft tauchten, konnten ihren Atem bis zu 4 Minuten anhalten und erreichten eine Tiefe von 30 Metern mit Steinen zur Beschleunigung des Abstiegs. Nach dem 2. Weltkrieg brachte ein deutscher den ersten Taucheranzug nach Symi. Dieser sollte das Schwammtauchen sehr viel einfacher machen. Allerdings traute sich niemand in diesen schweren und einengenden Anzug. Da die Taucherkrankheit zu dieser Zeit noch nicht erforscht war, starben viele Schwammtaucher, weil sie nach einem langen Aufenthalt auf 30 Meter Tiefe, keine Dekompressionspausen einlegten. Als eine Frau sich endlich zu einem Tauchgang mit diesem „Höllengerät“ entschloss, konnten die Herren der Schöpfung sich nicht mehr länger drücken und waren der Meinung, dass „wenn eine Frau das kann“, Männer das auch schaffen.

Die Mittagspause haben wir in einer der Tavernen von Symi eingelegt. Zur unserer Überraschung bekam man hier keine Speisekarte. Eine Kellnerin kam mit einem Silbertablett auf dem Fisch und Fleisch angerichtet und mit einem Preisaufkleber auf der Frischhaltefolie versehen war. Wir blieben unserem Motto treu: „Mit Chicken-Souflaki kann man nix falsch machen!“. Bemerkenswert war, dass egal in welcher Taverne oder Café man essen oder trinken ging, die Preis durchweg niedrig waren.
Das galt übrigens nicht nur für Symi, sondern auch für Rhodos selbst.

Auf Symi kann man sich auch sportlich betätigen, indem man die gut 580 steilen Stufen hinauf zu einer kleinen Kapelle wandert. Links und rechts der ziemlich breiten Treppe steht ein Haus am anderen. Die meisten sind restauriert und sehen dadurch wie neu aus. Allerdings findet zwischendurch immer noch Ruinen aus dem 2. Weltkrieg. Man kann diese Ruinen für ca. 150.000 € kaufen. Der Preis ist eigentlich gleich dem Grundstückspreis, denn die Ruinen sind wertlos und müssten sowieso vor dem Neubau abgerissen werden. Bei dem atemberaubenden Ausblick erscheint einem aber selbst dieser hohe Preis gerechtfertigt.

Auf der Rückfahrt von Symi nach Rhodos hält die Fähre noch für einen kleinen Landgang im Süden der Insel. Dort befindet sich nur ein kleines Kloster, das aber auch komfortlose Zimmer vermietet, ein Bäcker und ein Supermarkt.
Sollte man das Klostern von Innen besichtigen wollen, sollte man darauf achten, dass man Schultern und Knie bedeckt hat. Alles andere gilt als unhöflich. Frauen mit kurzärmligen Oberteilen bekommen am Eingang ein Tuch über die Schultern gelegt. Ein kleiner Service der Geistlichen, denn allzu viel Haut wird hier nicht geduldet und ich muss sagen: Bei manchen Leute zurecht!


Die Inselrundfahrt:
In der zweiten Woche unseres Urlaubs haben wir uns für drei Tage einen Mietwagen von Sixt geordert, da wir keine Lust auf eine vorgeplante Inseltour hatten. Mit einem Reiseführer vom ADAC und einer Strassenkarte fuhren wir zuerst den Süden ab. Man merkt dabei ganz deutlich, daß der Tourismus südlich immer mehr abnimmt. Kaum noch ein Hotel zu sehen. Manche Orte sehen wir Geisterstädte aus, weil nicht mal ein Einheimischer auf den Straßen zu sehen ist. Als wir uns einen kleinen Ort mal näher ansehen wollten, kam ein Junge mit einem Sargdeckel um die Ecke und wir haben uns schon gewundert, was er damit vorhat. Als ich dann in drei Zügen wenden wollte, erfuhren wir warum ein Junge mit einem Sargdeckel über die Straße lief. Ein Gruppe von ca. 20-30 Leuten liefen an unserem Wagen vorbei, wobei die ersten 4 Männer einen offenen Sarg auf der Schulter hatten, indem eine alte tote Frau lag. Mit dem Auto wieder aus dem Ort und dieser Straße rauszufahren war gar nicht so einfach, da man ja bei einer Bestattung nicht unbedingt Hupen möchte um sich Platz zu verschaffen.
Wieder auf der Hauptstraße fuhren wir durch bis zum südlichsten Punkt von Rhodos. Dort gibt es eine Halbinsel zu sehen, die aber nur im Sommer wirkliche ein ist. Klingt komisch, ist aber so. Im Frühjahr, Herbst und Winter drängt sich das Meer noch über einen Teil dieser Landzunge und man hat keine Möglichkeit zu Fuß den südlichsten Teil zu erreichen. Im Sommer zieht sich das Meer soweit zurück, daß man wirklich trockenen Fußes einen 100 Meter breiten Strandabschnitt bis zum Ende gehen kann. (Zu sehen auch in der Bilder Galerie - 4. Bild)

Von dort aus fuhren wir wieder einige Kilometer Richtung Norden um einmal durch die Gebirgslandschaft von Rhodos zu fahren. Der höchste Berg ist hier 1250 Meter hoch. Da unser Daewoo Matzit nur 30 PS besaß waren manche Steigungen ein echtes Erlebnis. Sehr oft verließen ihn die Kräfte im zweiten Gang.
Landschaftlich ist es sehr zu empfehlen diese Strecke durch die Berge zu fahren. Teilweise hat man einen unglaublich schönen Blick runter aufs Meer. Tankstellen sind allerdings hier Mangelware. Wir haben eine Tankstelle in einem kleinen Bergdorf gefunden und ich glaube, wir waren auch die einzigen seit einem Monat die hier getankt haben. Der Tankwart besaß auch keine Kasse sondern hatte das Wechselgeld in der Hosentasche. Dieser Mann hat wirklich "die Ruhe weg".


HIER sind noch ein paar Bilder.